Foto 2, 3 und 5: Anna und Peter Schudel Zürich, Text von Volker Schunck anlässlich der Ausstellung in der Galerie Brigitta Rosenberg 2012:
In seinen neueren und neusten Arbeiten wendet er sich Malern der Frührenaissance zu. Insbesondere interessiert Hofer Giottos und Fra Angelicos Darstellungen von Innenräumen. Während in den Werken der alten Meister Räume stets als Bühnen oder Orte einer Handlung, eines Ereignisses, einer Erzählung fungieren, bleiben Hofers Räume leer. Der Raum selbst artikuliert die Narration. Dabei spielt die perspektivische Konstruktion der Bildtafeln eine entscheidende Rolle. Handelt es sich doch ausschliesslich um Bildpaare die erst zusammengefügt ein Ganzes ergeben. Auf beiden Teilbildern sind die Fluchten der Raumkanten aufeinander bezogen und involvieren so den Betrachter ins Spiel der räumlichen Konstruktion. Die Figuren sind von der Bühne gegangen, mögen imaginär aus den Tiefen unseres Bildgedächtnisses die Räume einnehmen. Doch in den leeren, stillen Kammern werden nun das durchflutende Licht, das atmosphärisch Schwebende der fein gepinselten Flächen zu subtilen Akteuren der Wahrnehmung. Harte Schlagschatten steigern die Tiefenwirkung der Räume, die alle zeichnerisch entworfen, mit einer 3D-Software virtuell gebaut und anschliessend malerisch umgesetzt worden sind. In der aktuellen Ausstellung gibt es neben den Malereien auch digitale Arbeiten und Tuschezeichnungen zu sehen, die ebenfalls das Thema der Raumvisualisierung behandeln.

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